Die Gesamtsicht

1. Themengebiet

Hochschulen

2. Themengebiet

Berufliche Bildung

1. Themengebiet

Hochschulen

Die Digitalisierung von Studium, Lehre und Weiterbildung an Hochschulen in Deutschland ist unverändert kritisch zu betrachten. Technologien der ersten E-Learning-Generation werden breit genutzt, soziale Netzwerke und mobile Endgeräte dagegen lediglich punktuell. Integriertes Informations-, Wissens- und Learning-Management ist weiterhin ein Desiderat. Kooperationen zwischen Hochschulen, Wirtschaft und Industrie sind regionale Einzelaktivitäten mit begrenztem Wirkungsraum. Die Etablierung von Hochschulverbünden und Netzwerken für Shared Content und Services findet kaum Beachtung.

Die öffentliche Wahrnehmung hinsichtlich der Relevanz von EdTec-Startups hat sich verbessert. Bei der Integration und Vernetzung von Bildungstechnologien in Hochschulen ist eine negative Entwicklung festzustellen. In Forschung und Entwicklung rücken EdTec-Aktivitäten hingegen wieder vermehrt in den (technologischen) Fokus, nicht zuletzt durch Industrie 4.0 und IoT. Studium, Lehre und Weiterbildung an Hochschulen in Deutschland profitieren hiervon aber nicht. Insgesamt sind keine substantiellen Entwicklungen zu erkennen und zeichnen sich auch nicht ab.

1 Der Startup-Dialog „Intelligente Bildungsnetze“ sollte verstetigt werden.

2 Referenzmodelle für Bildungsökosysteme im digitalen Zeitalter sollten gefördert werden.

3 Digitale Industrie 4.0-Qualifizierungsangebote sollten mit Industrie und Wirtschaft vernetzt werden.

2. Themengebiet

Berufliche Bildung

Die Digitalisierung der beruflichen Aus-, Fort- und Weiterbildung ist heterogen: In berufsbildenden Schulen und Ausbildungsbetrieben haben Bildungstechnologien eine nachgeordnete Bedeutung. Öffentliche Investitionen in Ausstattung und technische Infrastruktur sind dringend erforderlich; das Kooperationsverbot stellt eine institutionelle Hürde dar. In der Fort- und Weiterbildung von Großunternehmen ist der Einsatz standardisierter Lernsysteme und E-Learning Angebote zur Personalentwicklung verbreitet, Angebote in Präsenz überwiegen. Kleine und mittlere Unternehmen nutzen digitale Fort- und Weiterbildungsangebote in deutlich geringerem Maße. Industrie 4.0 erweist sich als dynamischer Stimulus für neue Inhalte, Methoden, Technologien digitaler Qualifizierung am Arbeitsplatz. Für Startups sind Marktzugang und öffentliche Förderung kritische Themen.

Positive Entwicklungen sind bei der Nutzung sozialer und mobiler Technologien in der digitalen beruflichen Bildung festzustellen. Im Zuge von Industrie 4.0 entstehen in Großunternehmen erste neuartige Kursangebote mit Relevanz für die Personalqualifizierung; flächendeckende Angebote für KMU fehlen. MOOCs5 können zur breiten Bildung von Awareness und zum niederschwelligen Einstieg in Unternehmen genutzt werden, als Zertifikatskurse weisen sie hohe Abbruchquoten auf. Shared Content und Shared Services werden wie auch Internationalisierung als wichtige Aspekte digitaler beruflicher Bildung angesehen, finden in der Praxis aber keinen Niederschlag. Cloud-Technologien für Qualifizierung und Bildung werden zunehmend in Unternehmen genutzt; in berufsbildenden Schulen steht man hier noch am Anfang.

4 Lehrer- und Ausbilderfortbildungen sind der Schlüssel zur digitalen dualen Ausbildung.

5 Es bedarf eines nationalen Investitionspaktes zur Digitalisierung der Berufsschulen.

6 Hochschulen sollten hinsichtlich Wissenstransfer in die berufliche Weiterbildung gestärkt werden.

7 Interprofessionelle Ökosysteme für die berufliche digitale Bildung sollten etabliert werden.

8 Kooperative Ansätze in der Weiterbildung und Geschäftsmodellinnovation sollten gefördert werden.

9 Potenziale von EdTec-Startups sollten in der Aus-, Fort- und Weiterbildung genutzt werden.

10 Arbeitsplatzintegrierte Wissensdienste unter Nutzung von KI-Methoden sollten erforscht werden.

Nach Strategieebenen

1. Themengebiet

Hochschulen

Bildungstechnologien der ersten Generation werden genutzt. Einsichten in die Notwendigkeit sozialer und mobiler Technologien sind gestiegen, Umsetzungen hinken nach. MOOCs werden für Hochschulmarketing und zur Steigerung der internationalen Visibilität eingesetzt. Die Komplexität von Hochschule 4.0 erschwert deren Umsetzung in der Breite.

Die grundgesetzlich geregelte Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern behindert weiterhin die Hochschulvernetzung. Im Einzelfall findet Vernetzung auf regionaler Ebene statt. Die Anerkennung und Verrechnung digitaler Bildungsinhalte in Europa ist trotz Bologna-Reform nicht in Sicht. Die OER11-Diskussion gewinnt bundesweit an Dynamik.

Die Kommerzialisierung von Bildungsinhalten etwa für Personalentwicklung in Unternehmen ist ein randständiges Thema. Forderungen nach Kostenneutralität der Hochschulen wirken hemmend. Standardisierte Plattformen existieren. Shared Content und Shared Services fehlt es an Verwertungsmodellen. Unternehmerisches Denken und Handeln ist gering ausgeprägt.

Education Governance wird in Hochschulrektoraten ein zunehmend wichtiges Thema. Nationale Forschungs- und Servicezentren fehlen. Über nationale Forschungs- und Entwicklungsstrategien zur digitalen Bildung wird viel gesprochen, Partikularinteressen und Zuständigkeitsdebatten verhindern die Umsetzung. Die Finanzierung digitaler Bildung ist volatil und projektbasiert.

Technische Lösungen für Cloud-Anwendungen existieren und werden in Einzelfällen genutzt. KI-Methoden werden als zukunftsweisend, zugleich auch als kostenintensiv eingeschätzt. Datenschutzbedenken erschweren Learning Analytics. Die Nutzung sozialer und mobiler Anwendungen nimmt zu, hohe Entwicklungskosten hemmen den Einsatz von AR/VR Inhalten.

2. Themengebiet

Berufliche Bildung

E-Learning etabliert sich in der Aus-, Fort- und Weiterbildung nur sehr langsam. MOOCs haben sich als Methode zur Schaffung von Awareness bewährt. Industrie 4.0 stimuliert die Entwicklung neuer Bildungsangebote, steht aber noch am Anfang. Hier entsteht eine Startup-Szene mit zeitgemäßen Kursangeboten und innovativen Technologien.

Vernetzungen zwischen Berufsschulen findet nur in Einzelfällen statt, es fehlt an Unterstützung durch die öffentliche Hand. Die Anerkennung von Abschlüssen ist gut organisiert; internationale Standards erleichtern grenzüberschreitende Anerkennung von Zertifikaten. Der Austausch digitaler Inhalte und Online-Services findet in der beruflichen Bildung kaum statt.

Die Nachfrage nach digitaler Bildung für Internet der Dinge und Industrie 4.0 steigt rasant. Standardisierte Plattformen existieren. In Großunternehmen ist digitale Bildung fester Bestandteil der Personalentwicklung, nicht aber in KMUs. Lehrerfortbildung sollte zum zentralen Thema an Berufsschulen ausgebaut werden. Startups entwickeln neue Geschäftsmodelle.

Wissens- und Technologietransfer zwischen Hochschulen und Unternehmen sollte forciert werden. In der dualen Ausbildung fehlen Strategien und Educational Governance in Berufsschulen und Ausbildungsbetrieben. Service-Center für die berufliche Ausbildung sollten aufgebaut werden. Investitionsprogramme der öffentlichen Hand für Berufsschulen sind erforderlich.

Cloud-Technologien sind in Großunternehmen verbreitet, weniger in Berufsschulen und KMUs. Die Nutzung semantischer Technologien über Pilotprojekte hinaus steht aus. Intelligente Wissensdienste am Arbeitsplatz gewinnen an Relevanz. Education Data Mining und Learning Analytics sowie AR/VR wird Bedeutung beigemessen, es fehlt an Umsetzung.