Status und Fortschritt Intelligenter Bildungsnetze

Nach Strategieebenen

Die nachfolgenden Detailbetrachtungen zeigen die von der Expertengruppe „Intelligente Bildungsnetze“ erarbeiteten Zielbilder für den in 2020 angestrebten Zustand des Bildungssektors in den strategischen Ebenen. Hierbei wurden jeweils der aktuelle Status und die Umsetzung ausgehend von diesem Zielbild bewertet. Detailbeschreibungen der Zielbilder/Zielbildbausteine finden Sie im Ergebnisbericht 2013.1

1. Themengebiet

Hochschulen

2. Themengebiet

Berufliche Bildung

Gesellschaftliche Ebene

Zielbild:

2020 gehören digitale Bildungsangebote selbstverständlich zum Alltag in Schulen, Universitäten und Weiterbildungs einrichtungen. Das Verständnis an Lehr-, Lern- und Prüfungsprozesse hat sich verändert. Bildungsnetze fördern Individualisierung, Methodenvielfalt, Betreuung und Internationalität. Wesentliche Zielbildbausteine sind:

Technologien der ersten E-Learning-Generation werden auch weiterhin umfassend an Hochschulen in Deutschland eingesetzt. E-Prüfungen haben deutlich zugenommen, viele Hochschulen haben Prüfungspools eingerichtet oder Tablet-PCs für Prüfungszwecke angeschafft. E-Prüfungen werden zunehmend in Lernumgebungen der ersten Generation integriert, um ihre Nutzung stärker zu fördern.

MOOCs werden zunehmend kritisch betrachtet. Der kostenfreie Zugang zu Bildungsinhalten für alle ist umsetzbar, nicht jedoch eine kostenfreie Betreuung. Nur wenige Hochschulen erkennen die Teilnahme an MOOCs als Studien leistung an. Als Marketinginstrument sowie zur Unterstützung von Internationalisierungsaktivitäten sind MOOCs etabliert. Kommerzielle Verwertung wie in den USA erfolgt in Deutschland bislang nicht oder nur im Einzelfall. Die Nutzung MOOC-ähnlicher Technologien zur Ergänzung herkömmlicher Lehrformen, etwa Vorlesungsaufzeichnungen, bleibt in ihrem Wachstum deutlich hinter den Erwartungen.

Das Bewusstsein um die Bedeutung sozialer Netzwerke und sozialer Medien und der Nutzung mobiler Vernetzung ist bei Hochschulverantwortlichen gestiegen, die Umsetzung in der Fläche hinkt jedoch nach. Anforderungen von Datenschutz und Persönlichkeitsrechten werden im Kontext sozialer Medien zunehmend erkannt und sind ein Hemmschuh für den Ausbau.

Die Einsicht in die Notwendigkeit einer umfassenden Digitalisierungsstrategie (verstanden als integrativer Faktor hinsichtlich einer Hochschulstrategie und nicht als Selbstzweck) ist gestiegen. Die Umsetzung aber wird behindert ob der Komplexität von Modellen zum integrierten Informationsmanagement, wegen mangelnder Governance, fehlender Beispiele guter Praxis und aufgrund eines Mangels an tragfähigen Basiskomponenten, von denen am ehesten noch die E-Library bundesweit verbreitet ist.

Internationalisierung findet in den MINT-Disziplinen unverändert stärker statt als in anderen Fachgebieten. Insgesamt sind hier keine signifikanten Veränderungen erkennbar.

In der beruflichen Ausbildung spielt E-Learning 1.0 eine untergeordnete Rolle. Durch den Einsatz einzelner Lehrkräfte und Ausbilder existieren „Leuchtturmprojekte“, Umsetzungen in der Breite scheitern an unzureichenden tech nischen, organisatorischen und ausbildungsspezifischen Infrastrukturen der Lernorte. Learning und Campus Management Systeme finden Anwendung, jedoch weder flächendeckend noch vernetzt. Weder in Ausbildungsbetrieben noch in berufsbildenden Schulen wird flächendeckend auf die Konsequenzen der Digitalisierung reagiert; es mangelt an Informationen, Transparenz und Betroffenheit. Die Diskussion wird in Teilen als abstrakt und abgehoben empfunden.

In der beruflichen Fort- und Weiterbildung etabliert sich E-Learning 1.0 nur sehr langsam. Zu branchenspezifischen sowie zu agilen Themen existieren zu wenig digitale Bildungsangebote hoher Qualität. In Großunternehmen stimuliert die flexible Verfügbarkeit und die Skalierbarkeit die Nutzung von E-Learning 1.0. Für Startups ist der klassische E-Learning-Markt mit selbstgestützten Lernangeboten und herkömmlichen E-Learning-Technologien für die beruflichen Aus-, Fort- und Weiterbildung kaum relevant.

Open Courses und MOOCs werden über Kooperationen mit IT-Unternehmen in Einzelfällen in den Unterricht berufsbildender Schulen und in die Ausbildung eingebunden. Herausforderung ist die pädagogisch sinnvolle Integration. MOOCs haben das Potenzial zur Verknüpfung von Ausbildungs- und Schulphasen.

In der beruflichen Qualifizierung existieren vereinzelt Angebote. Diese decken derzeit nur einen begrenzten Themenbereich ab, bewähren sich jedoch als Instrument zur Schaffung von Awareness und niederschwelligem Zugang zu neuen Themen. Als Zertifikatskurse weisen MOOCs hohe Abbruchquoten auf und werden in der Breite nicht genutzt; hier sind Lernbegleitung und Weiterbildungsberatung erforderlich. Multimodale, konstruktivistische, moderierte Lernumgebung statt eindimensionales Instruktionsdesign sind erforderlich.

Offene Kursangebote, MOOCs und Open-Educational-Resources sind für Startups ein wichtiges Marktsegment für die berufliche Bildung. In diesem Thema ist derzeit eine große Dynamik zu erkennen.

Soziale Medien und mobile Computer werden von Schülern und Auszubildenden in der beruflichen Ausbildung aktiv genutzt. Lehrkräfte und Ausbilder sind in diesem Kontext sehr zurückhaltend; es besteht ein Mangel an institutionellen Strategien für Social Learning und Mobile Learning. Die Vernetzung zwischen Digital Natives und Digital Immigrants ist unzureichend.

Bildung 2.0 hat für Unternehmen kein wahrnehmbares Profil und keinen direkt erkennbaren Mehrwert gegenüber anderen Bildungsformaten. Zugleich erwarten Mitarbeiter zeitgemäße Möglichkeiten zur Vernetzung via Internet. Kollaboratives Lernen mit Social Media wird in einzelnen Bildungsangeboten berücksichtigt.

Die Startup-Szene ist im Bereich Bildung 2.0 seit vielen Jahren aktiv. Viele Jungunternehmen wurden mit dem Ziel gegründet, die Nutzung neuer Technologien in der beruflichen Bildung zu stimulieren sowie soziale Medien und Netzwerke nutzbar zu machen.

In der beruflichen Bildung ist die Bedeutung von Industrie 4.0 erkannt. Modellprojekte erproben erste Bildungsangebote. Generische und branchenspezifische Vorgehensmodelle sind in Arbeit. Der Brückenschlag zwischen Wissenschaft, Industrie, Wirtschaft und Handwerk in der Bildung für Industrie 4.0 steht erst am Anfang.

Die praktische Umsetzung von Bildungsangeboten zu Industrie 4.0 ist noch nicht in der Qualität vorhanden, wie es erforderlich wäre. Erste Fortschritte sind gleichwohl zu erkennen, es fehlt an curricularer Verankerung. Breitenwirksamkeit ist noch nicht vorhanden. Leuchttürme im Maschinen- und Anlagenbau existieren. In der dualen Ausbildung sollte die erforderliche Ausstattung der Berufsschulen durch die öffentliche Hand gewährleistet werden, um junge Fachkräfte für die Industrie 4.0 zu qualifizieren.

Eine Startup-Szene entsteht derzeit im Zuge der Entwicklung zeitgemäßer Kursangebote für die Themen Industrie 4.0 und Dienstleistung 4.0. Insbesondere durch die heterogenen Anforderungen in Industrie, Wirtschaft und Handwerk wird Industrie 4.0 und damit Bildung 4.0 ein wichtiger Business Case von Startups und Unternehmen für die Zukunft.

In Zeiten der Globalisierung gewinnen Kommunikation und individuelle Netzwerke an Bedeutung. Interkulturelle Kompetenz in der privaten und beruflichen Kommunikation ist erforderlich. Transnationale Wissensnetzwerke von Mitarbeitern müssen in der beruflichen Aus-, Fort- und Weiterbildung gefördert werden.

Bildungsinhalte international agierender Anbieter vereinfachen die Internationalisierung. Im Gegensatz zur akademischen Bildung ist die Internationalisierung in der beruflichen Bildung dennoch unterentwickelt. Seit Jahren gefordert findet es in der Praxis beruflicher Qualifizierung jenseits von Sprachkursen kaum Niederschlag. Neue Ansätze zeichnen sich aufgrund von Erfordernissen des internationalen Wirtschaftens in Unternehmen ab und könnten sich in den kommenden Jahren positiv auf den Sachstand auswirken.

Eine eigene Startup-Szene ist in diesem Segment der beruflichen Qualifizierung nicht erkennbar.

Rechtliche/regulatorische Ebene

Zielbild:

2020 sind alle rechtlichen Hindernisse, welche die breite Konsolidierung hochschul- und länderübergreifender Bildungsnetze auch im europäischen Wirtschafts- und Bildungsraum behindert haben, aus dem Weg geräumt. Die Bundesregierung hat die Förderung der digitalen Bildungsnetze zu einem strategischen Schwerpunkt ihrer Politik erklärt. Wesentliche Zielbildbausteine sind:

Bisher ist die Zusammenarbeit nur auf regionaler Ebene entwickelt (z. B. Bayern: Virtuelle Hochschule Bayern, Hamburg: Open Online University, Berlin: Exzellenzinitiative). Länderübergreifend gibt es zwar intensive informelle Austausche zu Fachthemen (u. a. Urheberrecht, Open Educational Resources/ OER, Hochschulservices), bis heute existieren aber noch keine verbindlichen Kooperationen in der Fläche. Bundesinitiativen zur digitalen Vernetzung in Bildung und Qualifizierung fokussieren aufgrund föderaler Strukturen die berufliche Aus-, Fort- und Weiterbildung, nicht aber die Hochschulen.

Es ist keine Veränderung festzustellen. Die grundgesetzlich geregelte Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern stellt die Digitalisierung der Bildung auch weiterhin vor große Herausforderungen. Weder in regionalen Netzwerken, noch in der Vernetzung zwischen Bundesländern können Fortschritte festgestellt werden.

Nach Maßgabe des Akkreditierungsrates2 soll die Lissabon-Konvention3 bzgl. der innerdeutschen Anerkennung von Prüfungsleistungen gelten. Auch wurde der Beschluss der Kultusministerkonferenz von 2008, dass bis zu 50 % des Studienumfangs aus außerhochschulisch erworbenen Kompetenzen angerechnet werden können, in den Hochschulgesetzen der Länder umgesetzt. In der Praxis sind jedoch Schwierigkeiten bei der Anerkennung von Prüfungsleistungen zu beobachten. Eine grundsätzliche Änderung der Situation ist nicht erkennbar, dies gilt auch für digitale Bildungsangebote.

Es sind Tendenzen in Deutschland zu beobachten, das European Credit Transfer System (ECTS) außer Kraft zu setzen. Verbindlich wäre dann nur noch die Strukturierung von Bachelor- und Master-Studiengängen mit ECTS. In Großbritannien etwa wurde ECTS nie eingeführt. Der ohnehin seit geraumer Zeit bestehende Handlungsbedarf hinsichtlich der Anerkennung und Verrechnung digitaler Bildungsinhalte zwischen Hochschulen in Europa würde hierdurch verschärft werden. Eine Lösung ist nicht in Sicht.

Auch hier ist keine Veränderung festzustellen. Es existieren weiterhin Unsicherheiten hinsichtlich der Weitergabe von Nutzungsrechten an digitalen Lehr-Lern-Inhalten im Sinne von Urheberrechtsfragen oder der Verwendung von Creative-Commons-Lizenzen. In 2016 war u. a. aufgrund der Initiative zur Digitalen Bildung der Koalitionsfraktionen im Deutschen Bundestag zumindest eine stärkere Belebung der OER-Diskussionen und der OER-Initiativen insgesamt zu verzeichnen. So werden z. B. in Berlin-Brandenburg und auch in Hamburg derzeit OER-Portale aufgebaut.

In der beruflichen Ausbildung findet eine Zusammenarbeit zwischen Schulen innerhalb eines Bundeslandes oder auch Bundesland übergreifend in Einzelfällen statt, Netzwerke zwischen berufsbildenden Schulen existieren nicht oder stehen noch am Anfang. Es fehlt an Unterstützung und Förderung durch die öffentliche Hand, Unternehmen engagieren sich mit Software- und IT-Angeboten.

Vor dem Hintergrund von Industrie 4.0 und dem Internet der Dinge nimmt die Zusammenarbeit in der beruflichen Fort- und Weiterbildung zu. Es bedarf kooperativer Bildungsangebote unterschiedlichster Fachdisziplinen, die fachliche Tiefe mit thematischer Breite in Einklang bringen. Eine hohe Dynamik bei Fortschreibung und Aktualisierung ist zu erwarten.

Die Zusammenarbeit zwischen berufsbildender Schule, Hochschule, IT-Wirtschaft und Industrie ist erforderlich, entwickelt sich jedoch aufgrund von Protektionismus einzelner Akteure und Besitzstandsdenken nur sehr zögerlich.

Keine Bewertung durch die Expertengruppe  für den Bereich berufliche Bildung

Durch die Zuständigkeit auf Bundesebene sind Abschlüsse in der beruflichen Ausbildung gut strukturiert. Die Voraussetzungen für deren Anerkennung in den Bundesländern ist aufgrund des Zusammenwirkens von Kammern und Verbänden gut organisiert. Nutzung und Fortschreibung internationaler beruflicher Kompetenzstandards erleichtern die grenzüberschreitende Anerkennung von Zertifikaten und Abschlüssen.

Zertifizierungen und Zertifikate in der beruflichen Fort- und Weiterbildung werden vornehmlich von privatwirtschaftlich am Markt agierenden Anbietern angeboten. Die Standardisierung ist weit fortgeschritten, Prozesse der Qualitätssicherung sind gegeben. Die Anerkennung von Zertifikaten in Unternehmen findet i. d. R. statt, jedoch mit sehr unterschiedlichem Impact, da einheitliche rechtliche Regelungen fehlen.

Ein europaweiter Markt ist in der beruflichen Bildung derzeit nicht erkennbar. Der Markt ist sehr stark national orientiert – auch was Anbieter und Startups angeht. Es gibt in ausgewählten technischen Berufen europaweite Kooperationen. Die Anerkennung von beruflichen Bildungsabschlüssen im europäischen Raum ist geregelt.

Da die Internationalisierung zukünftig eine zunehmende Bedeutung und einen höheren Stellenwert in Unternehmen erreichen wird, kommt der Anerkennung beruflicher Aus-, Fort- und Weiterbildung eine steigende Relevanz zu. Im Fokus stehen Fachkenntnisse zu Themenschwerpunkten und zu Produkten.

Der Austausch digitaler Bildungsinhalte und Bildungsdienste in der beruflichen Aus-, Fort- und Weiterbildung wird seit vielen Jahren gefordert, findet aber de facto in der Praxis kaum Niederschlag. Einzel- und Wettbewerbsinteressen von Unternehmen sowie fehlende Geschäftsmodelle von Anbietern behindern eine mögliche Realisierung, aber auch juristische Fragen zu Haftung und Gewährleistung.

Open-Educational-Resources, Open Source und Open Access haben im Bereich der beruflichen Bildung ein großes Potenzial und sollten stärker ausgebaut werden. Ergänzend zu den Aktivitäten etablierter Verlage ist ein Markt für multimediale Inhalte erforderlich.

Der Umsetzung und nachhaltigen Implementierung derartiger Ansätze stehen letztlich weniger technische oder regulatorische Hindernisse entgegen. Es fehlen passende Geschäftsmodelle, praktikable Verfahren zur Qualitätssicherung und Akzeptanz auf Nutzerseite sowie Kooperationsbereitschaft auf Seiten des berufsbildenden Personals in der Aus-, Fort- und Weiterbildung.

Business-Ebene

Zielbild:

2020 ist die Digitalisierung von Wertschöpfungsketten sowie die Emergenz von Produkten und Dienstleistungen in Geschäftsmodellen auf Basis hybrider Wertschöpfung gelungen und strukturell integriert. Wesentliche Zielbildbausteine sind:

Viele Hochschulen scheuen die Kommerzialisierung von Bildungsinhalten, bei genauer Betrachtung werden juristische und haushaltsrechtliche Bedenken und Hindernisse angeführt. Die Forderung nach Kostenneutralität wirkt als Hemmschuh für innovative Modelle.

Es besteht die Hoffnung, dass sich aus dem in einigen zur Förderung anstehenden OER-Projekten angelegten Wettbewerb und den Tests von Lernwerkzeugen und Plattformen eine de-facto Standard-Suite herausbildet.
Es existieren tragfähige und hinsichtlich Cloud-Technologien ausbaubare infrastrukturelle Lösungen in Deutschland.

Es ist keine Veränderung festzustellen. Human Resources (HR) in Unternehmen werden von Hochschulen als Anwendungssegment für Studium, Lehre und Weiterbildung auch weiterhin nur in Einzelfällen adressiert. Dieser Situation steht diametral gegenüber, dass digitale Bildung und Personalentwicklung ein in Forschung und Entwicklung hoch agiles Thema ist. Dies nicht zuletzt aufgrund der Entwicklungen zu Industrie 4.0, Arbeit 4.0, Weiterbildung 4.0, Smart Service Welt und dem Internet der Dinge, Dienste und Daten.

Die aktuelle BMBF-Projektförderung zu Open Educational Resources wird in ihrer derzeitigen Ausgestaltung einen verstärkten Austausch kaum befördern. Maßnahmen zur gezielten Entwicklung, Sammlung und Entdeckung freier Ressourcen fehlen nahezu vollständig. Leuchtturmprojekte mit länderübergreifenden Verbünden von Hochschulen sind zu initiieren, die den Austausch, die gemeinsame Entwicklung, Pflege und Nutzung von Inhalten, Services, Softwarewerkzeugen, Anwendungen und die Gestaltung geeigneter didaktischer Ansätze zum Gegenstand haben.

Auch hier ist keine Veränderung festzustellen. Wegen fehlender geeigneter rechtlicher Rahmenbedingungen besteht eine große Zurückhaltung an den Hochschulen, Personal für die Entwicklung und Vermarktung digitaler Lehrinhalte, Apps und Services bereitzustellen oder Ausgründungen vorzunehmen. Die wenigen am Markt befindlichen Geschäftsmodelle, von Hochschulen nicht selten in Tochtergesellschaften ausgelagert, wirken mitunter wenig zeitgemäß. Es fehlt im Einzelfall unternehmerisches Denken und Handeln.

Das Kursangebot wächst, leichte Verbesserungen sind erkennbar. Die durch Industrie 4.0 stimulierte Agilität kann jedoch nicht bedient werden, was zu einer Abkehr von Unternehmen von bestehenden Kursangeboten führt. Transferkurse werden verstärkt auf individueller, weniger jedoch auf institutioneller Ebene von Wirtschaft, Industrie und Handwerk in Deutschland wahrgenommen.

Stimuliert durch die Entwicklungen zu Industrie 4.0 und dem Internet der Dinge und der zunehmenden Verfügbarkeit von Daten haben technologieunterstützte Angebote zur Aus-, Fort- und Weiterbildung erheblich an Fahrt aufgenommen. Nachfrage und Angebot nach geeigneten Formaten steigt rasant, die Geschwindigkeit und die Möglichkeit der Entwicklung qualitativ hochwertiger Angebote hinken jedoch weit hinterher.

Insgesamt ist der Durchdringungs- und Digitalisierungsgrad auch nach zwei Dekaden technologieunterstützter Bildung und Qualifizierung noch immer zu gering. Ursächlich hierfür sind die grundlegende Bereitschaft und die erforderlichen Kompetenzen von Lehrenden und Ausbildern bei Einsatz und Nutzung zeitgemäßer Unterrichtsmethoden und Inhalte. Aber auch die Unübersichtlichkeit an Tools und Instrumenten sowie Intransparenz hinsichtlich Qualität, Verfügbarkeit und Nachhaltigkeit digitaler Inhalte für Bildungs- und Qualifizierungsprozesse.

Insbesondere in Unternehmen existieren technologieunterstützte Angebote zur Aus-, Fort- und Weiterbildung seit vielen Jahren. Das sich abzeichnende Bild divergiert sehr nach Branche und Unternehmensgröße: bisweilen ist der Einsatz digitaler Medien die Regel und findet breite Akzeptanz, mitunter stehen traditionelle Bildungsangebote im Vordergrund und haben Priorität. Neue Technologien wie Augmented Reality oder Verfahren der Künstlichen Intelligenz halten bei IT-affinen Unternehmen sukzessive Einzug und gewinnen an Bedeutung.

Plattformen für die digitale Bildung sind in einer großen Vielzahl vorhanden. Sie werden von etablierten Unternehmen und von Startups angeboten. Standards zum Austausch von Inhalten, die über Plattformen genutzt werden, sind international seit vielen Jahren verfügbar.

Es fehlt eine breite Anwendung entsprechender Lösungen in der beruflichen Aus-, Fort- und Weiterbildung. Nicht zuletzt auch solche Pattformen, die zwischen Schule, Hochschule, Industrie, Wirtschaft und Handwerk genutzt werden und über Ansätze und Verfahren des Managements von Bildungsprozessen hinausgehen.

Die Fortbildung von Lehrenden zur Digitalisierung der beruflichen Ausbildung sollte zum zentralen Thema an berufsbildenden Schulen ausgebaut werden. Der sichere Umgang mit digitalen Medien, die Kompetenz zur Planung, Umsetzung und Evaluation moderner Unterrichtsentwürfe sind Voraussetzung für eine Umsetzung auf breiter Basis. Hier besteht über die bisherigen Ansätze hinaus Handlungsbedarf.

In der Personalentwicklung von Großunternehmen sind digitale Bildungsangebote zur Qualifizierung von Fach- und Führungskräften ein fester Bestandteil. Die Bedeutung nimmt ab, je kleiner das Unternehmen wird. In größeren Unternehmen nimmt die Nachfrage nach Messbarkeit und Überprüfbarkeit des Wirkungsgrades der Personalqualifizierung auch mit digitalen Medien zu.

Internet der Dinge und Industrie 4.0 induzieren neue Möglichkeiten des Teilens von Diensten und Inhalten. Intelligent-adaptive Wissens- und Assistenzdienste zur prädiktiven Wartung und Instandhaltung werden neue Verwertungsformen und Geschäftsmodelle ermöglichen. Verfahren und Methoden der Künstlichen Intelligenz für Erklärung und Vorhersage werden neue Sharing-Qualitäten generieren.ng auch mit digitalen Medien zu.

In Großkonzernen existieren Verwertungsszenarien bis hin zu Verrechnungsmodellen bei Einsatz und Nutzung von Shared Services und Shared Content. Unternehmensübergreifend fehlen themenbezogene Angebote, dies gilt auch für übergreifende digitale Bildungsangebote zwischen Schule, Hochschule und Wirtschaft mit klarem Geschäftsmodellen. Hier wächst der Bedarf.

Neue Geschäftsmodelle im Kontext von Digitalisierung und beruflicher Aus-, Fort- und Weiterbildung werden von Startups realisiert, zumeist neue Angebotsmodelle in Verbindung mit neuen Technologien. Bestehende Strukturen der öffentlichen Hand und Beschaffungsprozesse etwa für berufsbildende Schulen spiegeln neue Geschäftsmodelle nicht wider, so dass der Marktzugang erschwert wird.

Bestehende Förderprogramme auf europäischer, nationaler und Landesebene adressieren i.d.R. Startups allgemein und sind selten explizit für den Bereich Bildung oder Bildungstechnologien ausgeschrieben. Öffentliche Ausschreibungen sind langwierig zu beantragen und weisen komplizierte Antragsverfahren auf. Es bestehen nur geringe Anreize für neue Geschäftsmodelle.

Die Anzahl berufsbegleitender Bildungsprogramme auf Hochschulebene, die digitale Technologien nutzen und dem Wissenstransfer in die Wirtschaft dienen, wächst sukzessive. Hierzu zählen Transferprogramme zum Erwerb von Medienkompetenz oder auch zum Erlernen von Wirtschaftskompetenz. Die Angebote sollten ausgebaut werden, insbesondere hinsichtlich der Befähigung für Industrie 4.0 und Skills für das Management der digitalen Transformation. Unterstützt werden sollte die Forderung des Nationalen MINT- Forums zur Stärkung des Wissens- und Technologietransfers.ntragsverfahren auf. Es bestehen nur geringe Anreize für neue Geschäftsmodelle.

Der Wissenstransfer zwischen berufsbildenden Schulen, Industrie und Wirtschaft konzentriert sich auf Aktionstage in Präsenz, Transferkurse unter Nutzung von Bildungstechnologien sind die Ausnahme. Praktika unterstützen die Verknüpfung, es existieren jedoch zu wenige Plätze mit zeitgemäßen Inhalten.

Prozess-Ebene

Zielbild:

2020 haben sich leistungsfähige und transparente Arbeits- und Steuerungsstrukturen für das Zusammenwirken von Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft etabliert. Gemeinsam werden innovative Lösungsarchitekturen und neue institutionelle Arrangements in Erprobungsräumen getestet. Das Paradigma „Government as a Service“ hat sich als bedeutende Triebkraft entwickelt. Wesentliche Zielbildbausteine sind:

Es ist keine Veränderung festzustellen. Forschung und Entwicklung findet überwiegend in anwendungsnahen Modell- und Pilotprojekten statt, die der Förderpolitik von Bund und Ländern geschuldet sind. Es wird viel über nationale Strategien für Forschung und Entwicklung zu digitaler Bildung gesprochen, fehlende Transparenz, unzureichender Dialog und das Vorherrschen von Partikularinteressen charakterisieren gleichwohl die Situation in den zurückliegenden Monaten.

In den Hochschulrektoraten und -präsidien ist eine Bewusstseinszunahme feststellbar, gleichwohl hinkt die Umsetzung hinterher. Digitale Bildung ist bislang selten Bestandteil universitärer Strategie und Leitbilder; Ziele, Gremien und Strukturen sind die Ausnahme.

An einzelnen Hochschulen wurden in kleinem Rahmen Personal eingestellt und bestehende Serviceeinrichtungen unterstützt, um Mitglieder bei der Nutzung von Bildungstechnologien und digitalen Inhalten zu unterstützen. Insgesamt sind hier aber weitere Anstrengungen in Form geeigneter Supportstrukturen (sowohl bzgl. technischer, als auch didaktischer und rechtlicher Unterstützungsangebote) mit starkem regionalem Bezug erforderlich.

In den letzten 12 Monaten gab es wahrnehmbar keine Veränderungen. Die Finanzierung ist volatil, oftmals projektbasiert, nicht selten außerhalb der Hochschulfinanzierung gesondert gefördert von der öffentlichen Hand. Insofern ist auch weiterhin die Grundfinanzierung sicherzustellen. Über Wirtschaft, Handwerk und Industrie sollten zusätzliche Ressourcen erschlossen werden.

Nationale Forschungszentren zur Digitalisierung der beruflichen Aus-, Fort- und Weiterbildung existieren nicht. Öffentliche Förderung unterstützt die temporäre Bildung transprofessioneller, interdisziplinärer Verbundvorhaben i. S. von Forschungsnetzwerken, die jedoch nicht nachhaltig und volatil sind.

An Hochschulen in Deutschland existierende Professuren für Bildungstechnologien sollten zu Anlaufstellen für den Wissens- und Technologietransfer in die berufliche Bildung ausgebaut werden. Die Anzahl der Professuren für Bildungstechnologien an Hochschulen in Deutschland sollte signifikant gesteigert werden. Intensiviert werden sollte auch die Zusammenarbeit mit Startups.

In der beruflichen Ausbildung werden auf Leitungsebene punktuell Strategien und Educational Governance zur digitalen Bildung entwickelt. Oftmals fehlen Elemente der Vernetzung zwischen Schulen und Überlegungen zum systematischen Austausch mit Partnern aus der Hochschule, IT-Wirtschaft und Industrie.

In der beruflichen Fort- und Weiterbildung sind erste Ansätze erkennbar. Konzepte liegen vor, Entscheidungen zur Implementierung von Educational Governance werden nicht selten zögerlich getroffen. Die Etablierung der Governance erfolgt oftmals reaktiv, nicht proaktiv gestaltend in der Fort- und Weiterbildung.

In der beruflichen Ausbildung sollten spezialisierte Service-Zentren aufgebaut werden, die Lehrkräfte bei der Entwicklung moderner Unterrichtskonzepte und deren Anwendung im Bildungsprozess unterstützen. Größere Berufsbildungsinstitute halten entsprechende Einrichtungen vor, das Angebotsportfolio derartiger Einrichtungen sollte ausgeweitet werden.

Die Transparenz über die Existenz spezialisierter Service-Center sollte ebenso gesteigert werden wie deren Erreichbarkeit. Startups sind bei der Etablierung und der Ausweitung entsprechender Angebote bislang nicht involviert und sollten zukünftig berücksichtigt werden.

Außerhalb der staatlich finanzierten, beruflichen Bildung ist die Finanzierung insbesondere der freien Träger beruflicher Bildung marktwirtschaftlich organisiert. Entwicklungen wie Industrie 4.0 und das Internet der Dinge erfordern erhebliche Investitionen für innovative Bildungsangebote, zu denen die freien Träger aus eigener Kraft i.d.R nicht in der Lage sind. Spezifische Investitionsprogramme sind daher sowohl seitens der öffentlichen Hand als auch der Wirtschaft notwendig, um notwendige Entwicklungen zu induzieren.

Marktwirtschaftlich getragene Finanzierungsmodelle können und dürfen die unzureichende staatliche Finanzierung der Digitalisierung der beruflichen Aus-, Fort- und Weiterbildung nicht substituieren. Komplementarität ist gefragt, verbunden mit einer signifikanten Steigerung durch die öffentliche Hand, aber auch Investitionen seitens der Unternehmen in die Weiterbildung ihrer Beschäftigten. Hier besteht seit vielen Jahren hoher Handlungsbedarf.

Es ist zu bedenken, dass weniger Technologien als vielmehr Bildungsservices und Dienstleistungen zu digitaler Bildung bereits heute die Kostenstrukturen prägen. Es ist zu erwarten, dass mit steigender Akzeptanz von Online-Kursen mit qualitativ hochwertigen Abschlüssen die Bereitschaft zur Vergütung durch den Endkunden (B2C-Ansatz) ebenfalls weiter steigern wird. Es mangelt an Geschäftsmodellen und Finanzierungskonzepten für digitale Bildung.tig berücksichtigt werden.

Technische Ebene

Zielbild:

2020 hat sich aus Bildungsinseln auf lokaler und regionaler Ebene über die Jahre hinweg eine effiziente IKT-Infrastruktur für Lehren, Lernen, Prüfen und Verwalten entwickelt, die flexible Technologien wie Cloud Computing mit einer einheit lichen Benutzeroberfläche und Standards verbindet. Wesentliche Zielbildbausteine sind:

Datenschutzrechtliche Vorbehalte existieren unverändert und stellen Hemmnisse für eine breite Nutzung von Cloud Technologien im nationalen Kontext dar. Technische Lösungen für Vernetzung und Sharing, die mit geringem Aufwand in die Cloud gebracht werden könnten, sind vorhanden. Standards für das Sharing von Applikationen und Services sowie quelloffene Pilotimplementierungen von Online-Stores für Hochschulen sind vorhanden, werden jedoch nur in Einzelfällen genutzt.

Es ist keine Veränderung festzustellen. Semantische Technologien und Methoden der Künstlichen Intelligenz kommen in der digitalen Bildung nur sporadisch zum Einsatz. Intelligent-tutorielle Systeme und smarte Wissensdienste werden von Experten als zukunftsweisend angesehen, werden in der Praxis digitaler Bildung jedoch nur in Einzelfällen genutzt. Der hohe Aufwand für semantische Technologien und KI-Methoden in der Bildung ist als Hemmnis identifiziert.

Datenschutzbedenken gegenüber Methoden des Maschine Learning, Deep Learning sowie des Educational Data Mining und Learning Analytics herrschen auch weiterhin vor. Zugleich sind die technologischen Voraussetzungen zur Nutzung von Bildungsdaten für Exploration und Prädiktion hervorragend. Aus didaktisch-methodischer Perspektive sind Einsatz und Nutzung derartiger Verfahren mit dem Ziel der Individualisierung, der Adaptivität digitaler Bildungsangebote sowie der Qualitätssicherung unerlässlich.

Eine Zunahme von Pilotprojekten zur digitalen Bildung mit mobilen Endgeräten und unter Nutzung sozialer Netzwerke und Medien an den Hochschulen ist erkennbar. Treiber sind die Studierenden.

Digitale Bildung mit Unterstützung Virtueller Realität (VR) und Augmentierter Realität (AR) ist ein Thema mit hohem Potenzial für Studium, Lehre und Weiterbildung an Hochschulen in Deutschland. In Forschung und Entwicklung verbreitet kommt es in der Hochschulpraxis über den Einsatz in Modellprojekten nicht hinaus. Handlungsorientiertes Lernen in der Industrie 4.0 erweist sich zunehmend als Thema. Hohe Entwicklungskosten und (noch) technisch unzureichende Commodity Hardware, nicht zuletzt auf Seiten des Nutzers, hemmen die Verbreitung.

Standards und Spezifikationen für digitale Bildung existieren, werden aber nicht umfassend genutzt. Weitere Standards wie Tin Can API16 oder LTI17 sind komplementär entstanden. Nationale Standards und internationale Standards weichen mitunter voneinander ab, was zu Systeminkompatibilitäten führt und die Interoperabilität hemmt.

In der beruflichen Ausbildung, insbesondere berufsbildenden Schulen, werden Cloud-Technologien bislang im Einzelfall eingesetzt. Es fehlt an grundlegenden Voraussetzungen wie geeignete technische Infrastrukturen oder restriktive Datenschutzverordnungen. Cloud-Lösungen sind für Schulen die Lösung für die Administration der IT vor Ort.

In der beruflichen Fort- und Weiterbildung von Großunternehmen sind Cloud-Lösungen für Bildung und Qualifizierung weit verbreitet. Nutzerfreundliche Lösungen tragen dazu bei, dass sich die Technologien hier zügig etabliert haben und akzeptiert sind. Fragen zu Vertrauen und Sicherheit werden bei Prozessen der Implementierung berücksichtigt. Die Vielzahl individueller Hardware-Lösungen sowie Shared Content und Shared Services stimuliert Cloud-Technologien und deren Verbreitung. In KMUs hingegen stehen Cloud-Lösungen in de beruflichen Fort- und Weiterbildung noch am Anfang.

KI-basierte Technologien in Bildung und Qualifizierung sind bereits über viele Jahre Teil von Forschung, Entwicklung und Innovation. Die Nutzung auf breiter Basis in der beruflichen Aus-, Fort- und Weiterbildung steht aus. Es besteht großer Nachhol- und Handlungsbedarf, um Differenzierung und Individualisierung in Bildungsprozessen zu unterstützen sowie aktivierendes Lernen zu fördern.

Berufliche Fort- und Weiterbildung kontextsensitiv und intelligent-adaptiv zu gestalten ist gerade für die digitale Transformation der Wirtschaft und die Industrie 4.0 das Gebot der Stunde. Hierfür erforderliche Lehr- und Lerninhalte übersteigen quantitativ und qualitativ jedoch alles, was derzeit existiert bzw. produzierbar ist. Zukünftig müssen Formen von Veränderung und Anpassung in Echtzeit erfolgen. Dies ist erreichbar durch semantische Technologien und KI-Methoden.

Vielfältige Verfahren für Education Data Mining und Learning Analytics liegen vor, finden in der Praxis der beruflichen Aus-, Fort- und Weiterbildung aufgrund aktueller Datenschutzbestimmungen aber keine Anwendung. Diese Verfahren erlauben komplementär zu bewährten Methoden eine Evaluation und Prognose von Lernverläufen und Unterrichtsprozessen auf Basis großer Datenmengen und damit ein wirkungsvolleres Bildungsmanagement.en. Dies ist erreichbar durch semantische Technologien und KI-Methoden.

Betriebliche Verabredungen der Sozialpartner zur konkreten Gestaltung etwa von Privacy und Vertrauensgrenzen sollten für konkrete Anwendungsfälle gestaltet werden. Unternehmen benötigen neue Experimentierräume, in denen Kreation vor Regulierung kommt.

In der beruflichen Ausbildung werden soziale Medien, Netzwerke und Kollaborationstechnologien von Schülern für Austauschprozesse untereinander genutzt. Obwohl Gruppenarbeit eine wichtige Unterrichtsmethode ist und Smartphones weit verbreitet sind, kommen soziale und ubiquitäre Lernmethoden von Lehrenden nur sporadisch und kaum in der Breite zum Einsatz. Pilotprojekte existieren seit vielen Jahren in den Bundesländern, Konzeptionen, Durchführungen und Ergebnisse werden kontrovers diskutiert.

Social Learning und Mobile Learning werden in der Fort- und Weiterbildung von Großunternehmen zunehmend eingesetzt und von Lernenden akzeptiert. Ein positiver Nutzungstrend ist festzustellen. Kollaboratives Lehren und Lernen wird dabei mit Ansätzen des Micro Learning verbunden. Der Transfer bestehender Inhaltsformate wie WBTs4 in mobile und soziale Nutzungsszenarien ist eine Herausforderung. Videobasierte Formate werden als zukunftsweisend eingeschätzt.

Augmented Reality und Virtual Reality Anwendungen werden sich in den nächsten Jahren zu einem wichtigen Element der Wissensvermittlung in der beruflichen Ausbildung entwickeln. Für technisch aufwendige Ausbildungsgänge liegt hier großes didaktisch-methodisches Potenzial. Hier entstehen derzeit Startups mit qualitativ hochwertigen Bildungsangeboten und innovativen Technologien.ukunftsweisend eingeschätzt.

Erste Erfahrungen wurden in Pilotprojekten gesammelt. Technisch stabile und didaktisch-methodisch begründete Anwendungen für die Praxis der beruflichen Fort- und Weiterbildung fehlen noch weitestgehend. Mehrwerte und Risiken für Bildungsprozesse müssen verdeutlicht werden; die Handlungsfähigkeit des Einzelnen ist sicherzustellen. Bei der technischen Realisierung von AR / VR für Bildung sind Aufwand und Nutzen zu beachten.

International akzeptierte Technologiestandards zum Austausch von Inhalten und Lernfortschrittsdaten und -ergebnissen liegen seit vielen Jahren vor. Deutschland spielt bei der Entwicklung von Standards keine Rolle und ist lediglich Anwender. Durch die hohe Agilität technologischer Entwicklungen sind Standards de facto Quasi-Standards mit geringer Nutzungsdauer.